Eine Großaufnahme des Kopfs des Schöffer Denkmals Peter Schöffer trägt eine  Mundschutz aus Stoff das Bild entstand zu Beginn der Corona-Pandemie 2020

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten und Gedenken

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Schöffer, Schmitt & Lehne

Zu Beginn der Neuzeit, um 1430, wird Peter Schöffer geboren. Er ist gemeinsam mit J. Fust Mitarbeiter Gutenbergs. Seiner Leistung ist es zu verdanken, dass das neue Medium Buchdruck seinen Weg aus Mainz hinaus nach Europa nahm. Der Druck- und Verlagsunternehmer, Typograph und Entwicklungsingenieur, ist derjenige, "der durch seinen Forschungsgeist die Kunst des Buchdrucks vervollkommnet und mit tätigstem Eifer verbreitet hat". So sagt es die Inschrift des Denkmals, welches seine Vaterstadt Gernsheim errichtete. Dieses Denkmal befindet sich auf dem Peter-Schöffer-Platz direkt vor dem Gebäudekomplex des Museums, das ebenfalls den Namen des berühmten Buchdruckers (Schöfferhaus) trägt.  2003 wurde Gernsheim vom Ministerium des Inneren und Sport der Name "Schöfferstadt" verliehen.
Das Bild zeigt eine Zeichnung von Peter Schöffer mit etwas längerem Haar und Vollbart er trägt eine für die Barockzeit typische runde in Rüschen gelegte Halskrause und einen weiten Mantel mit großen Ärmeln

Joseph Schmitt 
Geboren wurde er 1734 . Das damalige Wohnhaus ist heute die Gaststätte „Zum Karpfen“. Sein Vater Mathias Schmitt war laut Taufbuch "Postvisor und Senator" in Gernsheim, von der Mutter ist nur der Vorname Maria Elisabeth bekannt. Im Alter von 19 Jahren trat er in das Zisterzienserkloster Eberbach ein, legte dort seine Profess ab und erhielt 1757 die Priesterweihe. Als "Regens Chori" in Eberbach ist Schmitt von 1763 bis 1771 belegt. Als solcher war er für die Kirchenmusik in der Abtei Eberbach zuständig. Instrumentalwerke Schmitts aus jener Zeit fanden sich in Abschriften in deutschen, österreichischen und tschechischen Stiften und Klöstern. Zwischen 1766 und 1770 publizierte Schmitt verschiedene Instrumentalwerke bei dem Verleger J. J. Hummel in Amsterdam, die dort mit der Nennung Opus I bis Opus VI erschienen. Ca. 1772 / 1773 gründete Schmitt in Amsterdam einen Musikverlag mit einer eigenen Notenstecherei. Der Sitz des Verlages war in der Warmoesstraat biy de Wiyde Kerksteeg, in der auch J. J. Hummel ansässig war. Nach Schmitts Tod (1791) führte Vincent Springer (* 1756 oder 1757 in Jung-Bunzlau/Böhmen), ein in Europa weit bekannter Bassetthornspieler, der mit einer Nichte Schmitts verheiratet war, den Verlag bis mindestens 1797/98 weiter.

Das Bild zeigt ein Darstellung von Friedrich Lehen entworfen von Biedermann Es ist eine zeitgenössische Abbildung aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhundert mit typischer Kleidung Lehne trägt einen Kotlettenbart und scheint wohl genährt sein Blick erscheint freundlich

Johann Friedrich Lehne
1771 wurde er in Gernsheim am Rhein geboren und wurde durch den frühen Tod der Eltern schon mit 10 Jahren von seinem Onkel Prof. Mühlenkamp nach Mainz geholt. Nach dem Abschluss am Gymnasium begann er 1790 ein Studium der Geschichte und Schönen Wissenschaften. Da er keine Anstellung fand, trat er in den Dienst der französischen Nationalgarde ein. Freunde finanzierten ihm 1797 eine Italienreise. Sie wurde Grundlage seines 1825 erschienenen Briefromans "Romantische Seereise von Genua nach Neapel". Vor allen in Kampanien studierte er römische und griechische Skulpturen und Antikenbauten. Nach der Rückkehr wurde Lehne Secretaire-Interprète im französischen Mainz und übernahm die Redaktion des "Beobachter(s) vom Donnersberg". Ab 1804 leitete Lehne römische Ausgrabungen in Mainz und wurde sogar von Goethe im Zahlbachtal besucht. 1807 wurde er zum Departementalskonservator ernannt. Weitere wichtige Stationen seiner Tätigkeit in Mainz waren die Leitung der Mainzer Stadtbibliothek und die Redaktion und Teilhaberschaft der "Mainzer Zeitung". Nicht zu vergessen ist seine Ehrenpromotion durch die Universität Gießen. Lehne trat in den 1820iger Jahren den Beweis an, dass Gutenberg und nicht Coster den Buchdruck erfand. Sein Engagement in Mainz führte maßgeblich zur Errichtung von Gedenksteinen und zwei Gutenberg-Denkmälern. Der Zeit seines Lebens forschende Lehne starb 1836.

Abgebildet sind die Stolpersteine für Familie Schiefer in Gernsheim

Stolpersteine gegen das Vergessen

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Gunter Demnig

Der europaweit bekannte und tätige Künstler Gunter Demnig hat die Aktion „Stolpersteine gegen das Vergessen“ ins Leben gerufen. Die in Fußwege eingebetteten Gedenksteine werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer, die verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, verlegt und halten die Erinnerung an die Opfer wach.

2012 fasste die Stadtverordnetenversammlung der Schöfferstadt Gernsheim den Beschluss, sich an diesem Gedenken zu beteiligen und im Stadtgebiet Stolpersteine zu verlegen:

2013
Richard, Rosa und Jakob Schiefer (Riedstraße)
Pater Dionys (Wallfahrtsstätte Maria Einsiedel)

Die jüdische Familie Schiefer wurde 1942 deportiert und in Piaski ermordet. Pater Dionys verstarb am 1943 im KZ Dachau.

2013 
Familie Max und Berta Hahn & Kinder Hildegard, Kurt und Josef (Schafstraße)
Wehrmachtsdeserteur Adam Philipp Wenzel

Max Hahn verstarb 1940 im KZ Sachsenhausen; seine Familienangehörigen wurden 1942 gemeinsam mit der Familie Schiefer deportiert und in Piaski ermordet. Adam Philipp Wenzel (Bleichstraße) wurde am 1943 in Frankfurt-Preungesheim hingerichtet.

2015
Frau Karoline Weil (Elisabethenstraße)
Sigmund Nahm, Florentine Nahm, Helene Nahm, Hermann Nahm (Schafstraße)
Bernhard Spiess, Emma Spiess (Einsiedlerstraße)

Karoline Weil wurde 1939 unfreiwillig in eine „Einrichtung für Senioren“ nach Mainz umgezogen und 1942 von dort aus ins KZ nach Theresienstadt deportiert, wo  sie bald ermordet wurde. Sigmund Nahm, Florentine Nahm und Helene Nahm flohen 1939 gemeinsam nach England.
Hermann Nahm, ein hochgelobter Opernsänger, wurde deportiert und im KZ Auschwitz ermordet . Bernhard Spiess wurde 1939 gemeinsam mit Emma Spiess geborene Emsheimer unfreiwillig nach Mainz umgezogen. Seine Spur verliert sich dort, während die Deportation von Frau Spiess 1942 nach Theresienstadt dokumentiert wurde. Im Folgejahr wurde sie dort ermordet .

2016
Familie Weil (Riedstraße)

Hermann Weil, seiner Ehefrau Elsa Weil, dem Sohn Adolf Hermann Weil und seiner Schwester Klara Weil gelang zu unterschiedlichen Zeiten die Flucht nach Amerika.

2018
Eheleute Civia Baile Hirschkorn & Leiser Hirschkorn (Magdalenenstraße)
Familie Hedwig Levi, Hirsch Levi und Kurt Ludolf Levi (Georg-Schäfer-Platz)

Den Familien Hirschkorn und Levi gelang zu unterschiedlichen Zeiten die Flucht.

Wir danken den Paten und allen Beteiligten für die Mitgestaltung der Verlegungen und Herrn Gunter Demnig für die künstlerische Arbeit.

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