Stolpersteine gegen das Vergessen

Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Schiefer

 

Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Schiefer

Stolpersteine gegen das Vergessen!

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Gunter Demnig

Der europaweit bekannte und tätige Künstler Gunter Demnig hat die Aktion „Stolpersteine gegen das Vergessen“ ins Leben gerufen. Die in Fußwege eingebetteten Gedenksteine werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer, die verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, verlegt und halten die Erinnerung an die Opfer wach.

Am 15. Mai 2012 fasste die Stadtverordnetenversammlung der Schöfferstadt Gernsheim den Beschluss, sich an diesem Gedenken zu beteiligen und im Stadtgebiet Stolpersteine zu verlegen.

Für Richard, Rosa und Jakob Schiefer (Riedstraße) und Pater Dionys wurden am 24. Juni 2013 (Wallfahrtsstätte Maria Einsiedel) Stolpersteine verlegt. Die jüdische Familie Schiefer wurde im Jahr 1942 deportiert und in Piaski ermordet. Pater Dionys verstarb am 3. Februar 1943 im KZ Dachau.

Seit 7. November 2013 wird mit weiteren Stolpersteinen an die jüdische Familie Max und Berta Hahn mit ihren Kindern Hildegard, Kurt und Josef (Schafstraße) sowie an den Wehrmachtsdeserteur Adam Philipp Wenzel gedacht. Max Hahn verstarb am 12. Juni 1940 im KZ Sachsenhausen; seine Familienangehörigen wurden 1942 gemeinsam mit der Familie Schiefer deportiert und in Piaski ermordet. Adam Philipp Wenzel (Bleichstraße) wurde am 3. November 1943 in Frankfurt-Preungesheim hingerichtet.

Bei der Verlegung im Jahr 2015 wurden am 4. Februar für folgende Personen Stolpersteine gegen das Vergessen verlegt:

Frau Karoline Weil (geb. Guckenheimer Jg.1855) wurde 1939 unfreiwillig in eine „Einrichtung für Senioren“ nach Mainz umgezogen und 1942 von dort aus ins KZ nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 5. Dezember desselben Jahres ermordet wurde (Elisabethenstraße).

Sigmund Nahm (Jg. 1866), Florentine Nahm (Jg. 1870) und Helene Nahm (Jg. 1894) flohen 1939 gemeinsam nach England.

Hermann Nahm (Jg. 1905), ein hochgelobter Opernsänger, wurde deportiert und im KZ Auschwitz ermordet (Schafstraße).

Bernhard Spiess (Jg. 1862) wurde 1939 gemeinsam mit Emma Spiess geborene Emsheimer (Jg. 1863) unfreiwillig nach Mainz umgezogen. Seine Spur verliert sich dort, während die Deportation von Frau Spiess 1942 nach Theresienstadt dokumentiert wurde. Im Folgejahr wurde sie dort ermordet (Einsiedlerstraße).

Am 6. Juli 2016 wurden in der Riedstraße Stolpersteine gegen das Vergessen für Familie Weil verlegt. Hermann Weil (Jg. 1874), seiner Ehefrau Elsa Weil (Jg. 1887), dem Sohn Adolf Hermann Weil (Jg. 1909) und seiner Schwester Klara Weil (Jg. 1912) gelang zu unterschiedlichen Zeiten die Flucht nach Amerika.

Die Stolpersteine wurden in feierlichem Rahmen von Gunter Demnig verlegt. Wir danken den Paten sowie allen Beteiligten für die Mitgestaltung der Verlegetermine. Weitere Termine werden sich nach umfassender Recherche anschließen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.stolpersteine.eu

sowie unter www.yadvashem.org