Stadtentwicklung, Daten & Fakten

Wohnsiedlungsentwicklung der Schöfferstadt Gernsheim seit 2001

Mit den Wohnbaugebieten „Südlich der Sudetenstraße“, „Südlich der Burgunderstraße“,“ Wohnanlage am Berleweg“ (Eisenacher Straße), den baulichen Nachverdichtungen im Bereich Frankensteiner Straße, Dorfmitte Allmendfeld und dem Wohnbaugebiet „Wohnanlage am Konrad-Adenauer-Ring“ hat die Stadt Gernsheim seit 2001 bis heute über 190 Bauplätze neu geschaffen.

Dabei hat sich der eingeschlagene Weg bewährt, Ackerland zu fairen Preisen zunächst zu erwerben, das Bauland zu erschließen und als Stadt die neuen Bauplätze zu vermarkten, und dabei einen Schwerpunkt auf die Förderung junger Familien zu legen.

Nach der Statistik des kommunalen Gebietsrechenzentrums ist die Einwohnerzahl von Gernsheim seit dem 31.12.2001 von 9.564 auf 10.016 Einwohner zum 30. Juni 2011 gestiegen. Also eine statistische Zunahme von 452 Personen. In den aufgeführten Neubaugebieten betrug der Einwohnerzuwachs aber insgesamt 528 Personen.

0hne die Neubaugebiete der zurückliegenden zehn Jahre wäre die Einwohnerzahl von Gernsheim eindeutig rückläufig verlaufen. So aber wurde durch die kommunale Baulandentwicklung zum Einen in Gernsheim ansässigen Familien die Chance gegeben, in ihrer Heimatstadt Bauland zu erwerben, um weiter hier zu leben, zum Anderen wurde Familien von Außerhalb die Möglichkeit eröffnet, ihren künftigen Lebensmittelpunkt nach Gernsheim zu verlegen. Mit jedem Zuzug von Familien wird die vorhandene Infrastruktur genutzt und besser ausgelastet.

Beabsichtigte weitere Siedlungsentwicklung der Schöfferstadt Gernsheim

Die Städte und Gemeinde sind in der Planung ihrer künftigen Siedlungsentwicklung, also dem Ausweisen neuer Baugebiete, nicht frei. Im Gegenteil: Die Kommunen sind verpflichtet, ihre örtlichen Planungsabsichten den Zielen der Regional- und Landesplanung anzupassen.

Am 17. 0ktober 2011 ist der zuvor von der Hessischen Landesregierung genehmigte Regionalplan Südhessen in Kraft getreten. Der Planungshorizont umfasst den Zeitraum bis 2020. Der Regionalplan ist eine verbindliche Vorgabe für die Bebauungspläne der Städte und Gemeinden. Für Gernsheim wurde ein maximaler Bedarf an Siedlungsfläche von 26 Hektar zugestanden.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Gernsheim diesen Bedarf voll ausschöpfen wird. Gedacht ist an ein moderates Wachstum, um die Identität unserer Kleinstadt zu wahren. Dennoch -und das ist durchaus erfreulich- Gernsheim ist bei jungen Familien zu einer gefragten Adresse geworden. Wir möchten diesen „Lauf an Nachfrage“ für die kommenden Jahre aufgreifen und nutzen.

Baugebiet „Neuwingert

Das ehemalige Gelände Behn ist längst zu einem Dauerbrenner geworden. Knapp sieben Hektar sollen einer künftigen Wohnbebauung zugeführt werden. Die anstehenden Probleme sind nicht einfach, aber lösbar. Beispielsweise steht der zu erbringende Schallschutz entlang der Bahntrasse Frankfurt–Mannheim obenan. Das Gelände steht mittlerweile weitgehend in der Eigentumsmäßigen Verfügungsgewalt eines Investors, so dass zumindest der Ansprechpartner der Stadt fest steht. Im Gegensatz zur Kommunalen Baulanderschließung der letzten Jahre soll die Aufgabe der Baulandentwicklung und -erschließung auf den Investoren als Grundeigentümer übertragen werden. Die Stadt Gernsheim kann und will keine eigenen Haushaltsmittel für die Gebietserschließung aufbringen. Das erfordert aber klare vertragliche Vereinbarungen zur Erschließung mit Hinterlegung von Sicherheitsleistungen.

Baugebiet Östlich der Ringstraße

Für ein mögliches künftiges Wohnbaugebiet "Südöstlich der Ringstraße" sind in 2011 Jahr die ersten vorbereitenden Untersuchungen „in Angriff“ genommen worden. Auf einer Bruttofläche von knapp über fünf Hektar könnten in einem ersten Bauabschnitt etwa 70 bis 80 Bauplätze entstehen. Die Fläche ist als mögliches Wohnbauland mit dem Land Hessen abgestimmt.

Wichtigster Einstieg für ein zu untersuchendes künftiges Baugebiet ist längst die Artenschutzprüfung geworden, nämlich Klärung der Frage, ob im Gebiet besonders und streng geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz anzutreffen sind. Während des Zeitraums Anfang März bis Ende Juli 2011 erfolgten Begehungen und Kartierungen durch anerkannte Diplom Biologen. Als Fazit kann eins festgehalten werden: Bei der Schaffung von Ersatzhabitaten, wie zum Beispiel der Anlage von Feldlerchenfenster, werden einem Neubaugebiet keine Verbotstatbestände des Bundesnaturschutzgesetzes entgegen gehalten werden können. Als nächster Schritt steht die sogenannte ‚Bodenordnung’ an. Die Stadt Gernsheim ist Eigentümer der überwiegenden Ackerlandflächen, mit einem weiteren Grundstückseigentümer sind jetzt Gespräche zu führen. Deren Zeitdauer wird Einfluss auf das weitere Verfahren haben.

Gewerbe- und Industriegebiete

Ein „starker Industriestandort“ – so das Urteil der IHK Darmstadt-Rhein-Main-Neckar in ihrer jüngsten Analyse „Mittelzentren“ im Wettbewerb“ über Gernsheim. Die IHK verweist in ihrem Mittelzentrenranking 2010 auf eine stabile Beschäftigungsentwicklung der Region Darmstadt Rhein Main Neckar von 1998 bis heute. Am Beispiel Gernsheim lässt sich das gut nachvollziehen.

Greift man auf statistische Angaben zurück, so ergibt sich für Gernsheim im Wandel der Zeit eine kontinuierliche Zunahme des Arbeitsplatzangebots vor 0rt: Am 30. Juni 1980 waren es 1.866 sozialversicherungspflichtig Beschäftige, fünf Jahre später zum 30.6.1985 immerhin schon 1.986 Arbeitnehmer/innen und am 30. Juni 1995 verdienten bereits 2.360 Beschäftigte ihren Lohn in Gernsheim.

Ende März 2007 hatte Gernsheim erstmals mit 3.083 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Höchststand an Arbeitsplätzen erreicht. Selbst in den besten Wirtschaftsjahren verdienten nie zuvor so viele Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt in der südlichsten Stadt des Kreises Groß Gerau. Voll „gegriffen“ hatten für Gernsheim dabei die Industriegebietserschließungen Anfang der neunziger Jahre.

Nach den vom Hessischen Statistischen Landesamt überlassenen Angaben (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit) hat sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Stand 30. Juni 2011 nochmals erhöht, nämlich auf jetzt 3.175 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In den kommenden Jahren zeichnen sich weitere bauliche Nachverdichtungen im Bereich 0tto-Hahn-, Robert-Bunsen- und Emanuel-Merck-Straße auf rechtskräftig beplanten Gewerbe- und Industriegrundstücken im Privateigentum von Investoren ab.

Die Stadt Gernsheim selber hat noch freie Industriegebietsflächen von knapp 7 Hektar zwischen B 44 und B 426, die zur Vermarktung anstehen. Unabhängig davon soll vorausschauend eine künftige industrielle Erweiterungsfläche mit der Bezeichnung „Industriegebiet 0st“ von über 14 Hektar rechtskräftig beplant werden, um Baurecht „in der Schublade“ zu haben, falls eine entsprechende Nachfrage vorliegt.

Ausbau des Gernsheimer Hafens

Der Hafen Gernsheim ist längst ein wesentlicher Standortfaktor für die lokale und regionale Wirtschaft. Seine Funktionen sind eng mit der heimischen Wirtschaft verflochten – er leistet in der Region Darmstadt Rhein – Main – Neckar einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung und Stärkung von Wirtschaftskraft, Einkommen und Beschäftigung. Als Binnenhafen ist er nicht nur Ort der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsfunktionen, sondern auch Standort von Unternehmen aus der Industrie und des Handels. Zur Erfüllung dieser eng miteinander verzahnten Funktionen benötigt der Hafen Gernsheim ein ausreichendes Flächenangebot und eine zukunftsorientierte Entwicklungsperspektive. Daneben erfüllt er das wichtige Merkmal der „Trimodalität“, die es der hiesigen Wirtschaft ermöglicht, Schiene, Straße und Wasser zu verknüpfen und verkehrsträgerübergreifende Logistiklösungen anzubieten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Funktion des Hafens Gernsheim als Hinterlandhub (Umschlagplatz) im Seehafenhinterlandverkehr. Die Prognosen zeigen deutlich: Sowohl die deutschen Seehäfen als auch die Rheinmündungshäfen werden weiterhin sehr dynamisch wachsen.