Der Stadtteil Klein-Rohrheim

Klein-Rohrheim ist ein Stadtteil von Gernsheim mit etwa 500 Einwohnern.
Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Rorheim minor bezeugt um 1200 dortigen Grundbesitz des Klosters Lorsch. Dass Klein-Rohrheim weit älter sein muss, lässt sich indirekt daraus schließen, dass das benachbarte Groß-Rohrheim schon 793 zur Unterscheidung als Rorheim superior erwähnt ist.
Ursprünglich bestand Klein-Rohrheim aus drei großen Höfen: dem Kloster Lorscher Oberhof, dem Unter- oder Niederhof, der sich im Besitz mehrerer Adelsfamilien [Herren von Handschuhsheim und Herren von Hirschhorn] befand, die ihn vermutlich ebenfalls vom Kloster Lorsch erhalten haben. Der dritte Hof, der so genannte Mosbachische Hof, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts  an die Freiherren von Wambold überging. Der Temporalpächter des Oberhofes, dem größten der drei Höfe, war auch gleichzeitig der praetor [Schultheiß] des Dorfes. Der Oberhof blieb für mehrere Generationen in den Händen der Familien Hertling und Maus.
In Klein-Rohrheim weist außerdem der Straßennamen „Johannes-Bückler-Straße“ auf den mehrfachen Aufenthalt des berüchtigten Räuberhauptmannes Schinderhannes [1777-1803] hin. Nach den Mainzer Schinderhannes-Prozessakten ist derselbe des öfteren vom linksrheinischen Hamm nach Klein-Rohrheim übergesetzt, um dort als „Jakob Ofenloch“ oder als „Krämer-Jakob“ im damaligen Gasthaus Maus und bei der Familie Allendörfer unerkannt unterzutauchen.

(Google Maps)