Kinder- und Elterngeld

Bundeselterngeld

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten und hat das Bundeserziehungsgeldgesetz abgelöst. Das Elterngeld gilt für alle ab dem 01.01.2007 geborenen Kinder oder ab diesem Zeitpunkt adoptierten oder mit dem Ziel der Adoption in den Haushalt aufgenommenen Kinder. Für Kinder, die bis zum 31.12.2006 geboren worden sind, gelten die Regelungen des Bundeserziehungsgeldgesetzes weiter.

Das Elterngeld ist zentrales Element einer Neuausrichtung der familienpolitischen Leistungen der Bundesregierung. Ein abgestimmter Dreiklang aus unterstützender Infrastruktur, einer familienbewussten Arbeitswelt und gezielter finanzieller Förderung, die den unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen von Familien folgt, verbessert die Chancen für Familien. In diesem Dreiklang zielt das Elterngeld darauf ab, Menschen in ihrem Wunsch nach einem Leben mit Kindern zu unterstützen und Eltern und Kinder besser und dauerhaft zu sichern.

Das Elterngeld hilft allen Eltern, die sich im ersten Lebensjahr des Neugeborenen vorrangig der Betreuung ihres Kindes widmen wollen, bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlage. Es will dazu beitragen, dass sich die gegenwärtige individuelle wirtschaftliche Situation und spätere Möglichkeiten der Daseinsvorsorge für diese Mütter und Väter nicht dadurch verschlechtern, dass sie ihr Kind in seinen ersten Lebensmonaten vorrangig selbst betreuen.

Das Elterngeld wird an Vater und Mutter für maximal 14 Monate gezahlt, beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann höchstens zwölf Monate allein Elterngeld beziehen, zwei weitere Monate sind für den anderen Elternteil reserviert. Weiterhin ist Voraussetzung für den Bezug von Elterngeld für insgesamt 14 Monate, dass bei einem Elternteil für mindestens zwei Monate eine Minderung des Erwerbseinkommens zu verzeichnen ist.

Beratung in Sachen Elterngeld erfolgt durch das Hessische Amt für Versorgung und Soziales.


Kindergeld

Kindergeld erhalten Sie ab der Geburt grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Ihres Kindes.

Kindergeld wird monatlich überwiesen und ab 1. Januar 2010 in folgender Höhe ausgezahlt:

  • für das 1. und 2. Kind jeweils EUR 184
  • für das 3. Kind EUR 190
  • für jedes weitere Kind EUR 215

Auch für Kinder über 18 Jahren kann Kindergeld gezahlt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres besteht Anspruch auf Kindergeld, wenn

  • Das Kind ohne Beschäftigung ist oder nur einen Minijob ausübt und
  • bei einer Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet ist.

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres werden Kinder berücksichtigt, wenn sie

  • sich in Berufsausbildung befinden,
  • sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des Wehr-/Zivildienstes bzw. eines entsprechenden Ersatz- oder Freiwilligendienstes befinden,
  • eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatz nicht beginnen oder fortsetzen können,
  • ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, einen europäischen oder entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, einen anderen Dienst im Ausland nach § 14b Zivildienstgesetz , einen Freiwilligendienst aller Generationen leisten, einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst oder einen Bundesfreiwilligendienst.

Seit dem 1. Januar 2012 sind die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes unbeachtlich. Volljährige Kinder unter 25 Jahren werden nunmehr bis zum Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums berücksichtigt.

Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums besteht nur dann Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind keiner schädlichen Erwerbstätigkeit nachgeht. Die Erwerbstätigkeit ist unschädlich, wenn

  • sie die wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden nicht überschreitet,
  • sie innerhalb eines Ausbildungsverhältnisses ausgeübt wird oder
  • ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Sinne der §§ 8 und 8a SGB IV zugrunde liegt.

Ausnahmen:

Sind Kinder wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande, für ihren Unterhalt selbst zu sorgen, wird das Kindergeld grundsätzlich ohne Altersbegrenzung gezahlt, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

Beratung in Sachen Kindergeld erfolgt durch die Agentur für Arbeit, Familienkasse in Darmstadt.