Gemeinsam und sparsam durch die Energiekrise


Angesichts des Ukraine-Krieges und seinen Folgen ist das Einsparen von Energie eine dringende Notwendigkeit, um der drohenden Energieknappheit zu begegnen. Bereits im Juli hat die Schöfferstadt Gernsheim einen Verwaltungsstab einberufen, der sich mit den Themen Energieeinsparung, energetische Zustandserfassung der städtischen Liegenschaften, Schutz der kritischen Infrastruktur und Ausfall der Gas- und Stromversorgung befasst.

Die Stadtverwaltung hat bereits in der Vergangenheit viele Maßnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch deutlich zu senken. Im Fokus hierbei ist die Umstellung auf stromsparende LED-Technik. Seit 2013 hat die Umrüstung bei der gesamten Straßenbeleuchtung mit ca. 1.400 Leuchten begonnen und ist mittlerweile zu ca. 95% abgeschlossen. Die Innen- und Außenbeleuchtung von städtischen Gebäuden, bspw. Feuerwehrstützpunkt, Bauhof, Wasserversorgung und teilweise in der Kläranlage, wurde sukzessive umgerüstet. Bei geplanten Sanierungsmaßnahmen oder Neubauten, bspw. Ärztehaus, wird die LED-Technik angewendet. Bereits erfolgte energetische Sanierungsmaßnahmen von städtischen Mehrfamilienhäusern tragen zur Senkung des Energieverbrauchs bei. Ebenfalls seit 2013 wurden viele Optimierungsmaßnahmen auf der Kläranlage als größten städtischen Stromverbraucher anhand einer durchgeführten Energieeffizienzanalyse umgesetzt.

Energie einsparen, wo immer es geht – das ist das Gebot der Stunde. Darum hat der Kreis Groß-Gerau in den vergangenen Wochen und in Abstimmung mit den Kreiskommunen mehrere Schritte beraten und Festlegungen getroffen, um noch mehr Energie zu sparen; das Maßnahmenpaket soll bis 1. September 2022 umgesetzt werden.

So wird ab sofort kein Warmwasser mehr in den Sporthallen im Kreis zur Verfügung stehen, so dass dort nur noch kalt geduscht werden kann. Dies wurde bereits an die Schulen und die Hallen nutzenden Vereine kommuniziert.

Der Heizbetrieb soll später als gewohnt starten: Geplant ist der Beginn nach den Herbstferien Ende Oktober, wenn dies die Außentemperaturen zulassen. Zudem wird der Absenkbetrieb am Nachmittag oder Abend vorgezogen, wo immer dies möglich ist. Eine Heizungsunterstützung durch zusätzliche mobile Wärmeerzeuger wie Heizlüfter, elektrische Radiatoren etc. ist untersagt, damit der Stromverbrauch nicht erhöht und das Stromnetz nicht zusätzlich belastet wird.

Vor diesem Hintergrund trat der Verwaltungsstab der Schöfferstadt Gernsheim am 22.08.2022 erneut zusammen, um konkrete Umsetzungsmaßnahmen zur Energieeinsparung zu definieren, damit der Energieverbrauch und die Belastung des städtischen Haushalts durch die stetig steigenden Energiekosten gesenkt werden können. Je nach Sachlage kann dieses Maßnahmenpaket angepasst und erweitert werden.

Zu den kurzfristigen Maßnahmen, welche bereits in die Wege geleitet wurden, zählen die Anpassung und Optimierung des Heizbetriebes in städtischen Liegenschaften, das sukzessive Abstellen von Elektroboilern in den Verwaltungsgebäuden, das Abstellen von Warmwasseraufbereitung sofern möglich und die Sensibilisierung der Mitarbeiter in Bezug auf energieeinsparendes Verhalten. Wesentliche Punkte sind hierbei insbesondere: Lüftungsverhalten, Abstellen der Verbrauchsgeräte wie PC/Bildschirm, Licht bei Nichtnutzung, Treppe statt Aufzug, Verzicht auf Laden von Elektrokleingeräten sowie die Prüfung der Notwendigkeit von Dienstreisen/-fahrten (Videokonferenz statt Dienstreisen, Fahrgemeinschaften fördern).

Sämtliche Mieterinnen und Mieter von städtischen Wohnungen wurden bereits über mögliche Energieeinsparmaßnahmen schriftlich informiert und sensibilisiert, um durch umsichtiges Verhalten den Energieverbrauch und damit auch die Energiekosten zu senken.

Weitere Maßnahmen, die im Verwaltungsstab erörtert wurden und derzeit durch die Stadtverwaltung geprüft werden, sind die Absenkung der Raumtemperaturen in städtischen Gebäuden, wie Dienstgebäude, Kinderbetreuungseinrichtungen, Turnhalle und sonstigen öffentlichen Gebäuden. Dies erfolgt selbstverständlich unter Berücksichtigung aller aktuellen gesetzlichen Vorgaben bspw. Arbeitsstättenrichtlinien. Insbesondere bei den Kinderbetreuungseinrichtungen sind jedoch Mindestvorgaben und Richtwert der Unfallkasse Hessen (DGUV) zu erfüllen. Trotz der Umstellung auf LED-Stromtechnik bei der Straßenbeleuchtung wird überprüft, ob Einschalt- und Ausschaltzeiten optimiert und Illuminationen jeglicher Art im öffentlichen Raum abgeschaltet werden können, ohne dass jedoch die Verkehrssicherheit der Bürgerinnen und Bürger dadurch beeinträchtigt werden.

Langfristig setzt sich die Schöfferstadt Gernsheim das Ziel, infrastrukturelle energetische Sanierungsmaßnahmen und Umrüstungen auf alternative Heizmöglichkeiten an Bestandsgebäuden vorzunehmen, wie auch in der vergangenen Zeit praktiziert, um den Energieverbrauch und die Kosten langfristig zu reduzieren sowie unabhängiger von Gas zu werden.

Die Schöfferstadt Gernsheim appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, ebenfalls Energie dort einzusparen, wo auch immer es möglich ist. Die privaten Haushalte sind in Summe der größte Gasverbraucher. Deswegen müssen wir alle das Thema ernst nehmen. So tragen wir dazu bei, einen echten Energienotstand zu verhindern.

Informationen für Bürgerinnen und Bürger über Einsparmöglichkeiten können unter https://klima.kreisgg.de/ gefunden werden. Weiterhin empfiehlt die Schöfferstadt Gernsheim die kostenfreie Energiespar-Hotline der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA), bei der sich Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen Rat zur Vorbereitung auf den kommenden Winter und die Heizperiode einholen können. Die Nummer 0611 95017-8989 ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr erreichbar.

Trotz aller gemeinsamen Anstrengungen, den Gasmangel zu verhindern, muss in Erwägung gezogen werden, dass ein akuter Gasmangel oder ggf. einen Stromausfall eintreten kann. Hierfür hat die Schöfferstadt bereits Vorkehrungen getroffen, weitere Maßnahmen sind noch abzustimmen. Falls es zu einem Ausfall der Gas- oder Stromversorgung kommt, stimmt sie sich eng mit dem Katastrophenschutz des Kreises Groß-Gerau ab. Es gilt unter anderem zu ermitteln, welche Gebäude bei Strom- und Gasausfällen als Wärmeinseln, sogenannte „KatS-Leuchttürme“ für die Bevölkerung zu Verfügung gestellt werden können und wie der Betrieb  der Feuerwehr, der Stadtverwaltung, der kritischen Infrastruktur (Wasserversorgung, Kläranlage) und auch der sozialen Dienste in Gernsheim aufrechterhalten werden kann.


Hier finden Sie weitere Informationen:

Energiespartipps - wie Sie Ihre Haushaltskasse entlasten

Energieparen im Haushalt

Energiesparen als Mieter

Gesundes Raumklima

Strom sparen

https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Navigation/DE/Home/home.html

https://www.lea-hessen.de/buergerinnen-und-buerger/hessen-spart-energie/